Von französischer bis zu märchenhafter Kunst
Die Staatsgalerie Stuttgart, das Kunstmuseum Stuttgart und das Haus der Geschichte präsentieren Jahr für Jahr herausragende Ausstellungen. Im Jahr 2026 locken französische Kunst, surreale Bildwelten, digitale Repräsentationen von Kunstwerken, gesellschaftspolitische Entwicklungen und literarische Märchen in die baden-württembergische Landeshauptstadt.
Dem 75. Jubiläum der deutsch-französischen Freundschaft widmet die Staatsgalerie Stuttgart vom 17. April bis 30. August 2026 die Ausstellung Generation 1700 zum Zeichenunterricht an der Königlichen Akademie in Paris. Ein besonderes Augenmerk auf den Surrealismus, eine der faszinierendsten Bewegungen der Kunstgeschichte, legt die Ausstellung Alles surreal?! vom 4. Dezember 2026 bis 11. April 2027. Sie präsentiert rund 250 surrealistische Fotografien aus der Sammlung Dietmar Siegert und 30 Meisterwerke von unter anderem Salvador Dali, Joan Miró und René Magritte.
Umfassende Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten am Gebäude des Kunstmuseum Stuttgart führen dazu, dass das Museum am Schlossplatz für die Baumaßnahmen vom 13. April 2026 bis voraussichtlich zum 1. Quartal 2027 geschlossen wird.
Bis 12. April 2026 sind noch einige Ausstellungen zu sehen: In der Ausstellung Vom Werk zum Display gehen Kunstmuseum Stuttgart und Kunsthalle Mannheim gemeinsam der Frage nach, wie man die digitale (Re-)Präsentation eines Kunstwerks aus dessen eigener spezifischer Form ableiten kann. Aus 23 Kunstwerken beider Museumssammlungen entstehen Episoden, die bewusst auf das etablierte Vermittlungsmodell von Abbildung und Kurzbeschreibung verzichten und neue, experimentelle Ansätze für den digitalen Raum verfolgen. Anita Berber. »Orchideen« nimmt bis 12. April 2026 die Tänzerin Anita Berber in den Fokus und zeigt, was sich alles hinter ihrem oftmals auf Erotik und Rausch reduzierten Image steckt. Den Ausgangspunkt für Prägungen und Entfaltungen, ebenfalls bis 12. April 2026 zu sehen, bilden Druckgrafiken und Reliefarbeiten von Rolf Nesch aus dem eigenen Sammlungsbestand. Die Werke treten in Dialog mit Werken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler – alle Kunstschaffende verbinden Migrationserfahrungen. Auch die Ausstellungen Joseph Kosuth. ›Non autem memoria‹ und Romane Holderried Kaesdorf. Haltung bewahren sind sanierungsbedingt noch bis 12. April 2026 zu sehen.
Nach der Schließung präsentiert das Kunstmuseum Stuttgart im Kunstgebäude am Schlossplatz, in dem die Sammlung der Stadt Stuttgart von 1961 bis 2005 beheimatet war, vom 18. April bis 4. Oktober 2026 die Ausstellung Das Kalte Herz. Die Schau stellt das gleichnamige Märchen von Wilhelm Hauff erstmals in den Kontext zeitgenössischer Kunst und reflektiert die Beziehung von Identität und sozialer Stellung.
Das Haus der Geschichte beleuchtet noch bis zum 12. April 2026 in der Sonderausstellung Frei Schwimmen – Gemeinsam?! öffentliche Bäder als Spiegel der Gesellschaft. Die Ausstellung erzählt anhand ausgewählter Exponate wie sich soziale Normen, Ausgrenzung und Gleichberechtigung im Schwimmbecken widerspiegeln – damals und heute.
Am 21. März 2026 findet in Stuttgart die Lange Nacht der Museen statt. Mehr als 60 Stuttgarter Museen, Galerien, historische Gebäude, Off-Spaces und Industriedenkmäler öffnen zwischen 18 und 1 Uhr ihre Türen für eine einzigartige Nacht voller Kunst, Kultur und Wissenswertem.
